Pi - System im Chaos
Thriller | USA 1997
|
|
"Ein Geniestreich mit einigen Abstrichen. Hat für den Indie-Film neue Maßstäbe gesetzt."Eine Kritik zu "Pi - System im Chaos" geschrieben von Nils "Pi - System im Chaos" heißt das bloß 60.000 Dollar teure, ganz offizielle Regiedebüt des jungen Ausnahmeregisseurs Darren Aronofsky, der uns bereits das filmische Wunderwerk "Requiem for a Dream" (Filmpire-Wertung: 10/10) ablieferte. Durch seinen Aufstieg zum Kultfilm durfe das Werk vier Jahre nach seiner Uraufführung in Deutschland einen zweiten Anlauf in den Kinos starten. "Pi - System im Chaos" ist zu einem zeitlosen Geniestreich mutiert, was nicht zuletzt an seiner Schwarz-Weiss-Aufmachung liegt.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein innerlich instabiler Ausnahmemensch, den Regisseur und Drehbuchautor Aronofsky - Meister der Kinematographie - perfekt dem Zuschauer näherbringt. Von Anfang bis Ende erhalten wir einen tiefen und nachvollziehbaren Einblick in Maximilian Cohens Seele, der Zuschauer macht alle Veränderungen mit ihm durch. Aronofsky benutzt für das Erzählen seiner Geschichte wichtige und leicht verständliche Stilmittel, die zum Beispiel anfangs die Monotonie verdeutlichen sollen. So wird etwa immer wieder die gleiche Sequenz eingeschoben, in der wir Max beim Medikamentenschlucken à la "Requiem for a Dream" beobachten können. Genau dieser gekonnte und gut getimte Einsatz von stilistischen Mitteln macht die Filme des Regisseurs so poetisch, so aussagekräftig.
Zwar hat "Pi - System im Chaos" nur eine Laufzeit von knapp 85 Minuten, doch dafür wird der Zuschauer durch die dichte, bedrohliche Atmosphäre des Ungewissen, was als Nächstes passiert, förmlich ans Sofa gefesselt. Diese subtile Spannung und dieses Tempo, das nicht zuletzt durch die erstklassige Hintergrundmusik und den schnellen Kamera- und Perspektivenwechsel erzeugt wird, kann man bei "Pi - System im Chaos" nur zweimal unterstreichen. Seine unfassbar unkonventionelle Inszenierung, sei es technischer oder inhaltlicher Art, machen den Film zu einem besonderen Beispiel für den Begriff Independent-Film. Darren Aronofsky hat sich beim Verfassen des Drehbuchs nicht durch Hollywood-Klischees beeinflussen lassen und das ist auch gut so. Stattdessen punktet er mit surrealen und gut durchdachten Ideen rund um eine psychotische Hauptfigur.
Warum es nach all dem Lob letzten Endes nicht mehr zum neunten Stern reicht, liegt ganz einfach daran, dass das Werk stellenweise etwas zu langatmig ist und man die Geschehnisse beim ersten Ansehen nicht unbedingt alle komplett einordnen und verstehen kann. "Pi - System im Chaos" ist aber trotzdem eine uneingeschränkte Empfehlung wert!
08/10
|
|
|
Film bewerten (Wert anklicken)
|
|
|
|
Du willst eine Rezension über den Film schreiben oder die bestehende überarbeiten? Hier klicken
|
|
|
|
|
|
In Liste aufnehmen
|
|
Du musst eingeloggt sein, um den Film in deine Listen aufnehmen zu können.
|
|
|
|